Was ist Überschwingen?

Das Hinausschießen des Ausgangs über seinen Endwert bei einer Sprungantwort o. Ä., auch der maximale Betrag dieser Überschreitung. In der Regelungstechnik wird es in Prozent des Endwerts angegeben; bei einem PT2-Glied ohne Nullstellen beträgt es exp(−πζ/√(1 − ζ²)) und hängt nur vom Dämpfungsgrad ζ ab. In Regelkreisen gilt: Je kleiner die Phasenreserve, desto größer das Überschwingen. In elektronischen Schaltungen bezeichnet man mit demselben Wort auch das vorübergehende Überschreiten des Endpegels eines Signal- oder Spannungsverlaufs durch Leitungsinduktivität oder Reflexionen.

Japanische Bezeichnung: オーバーシュート

„Überschwingen“ kommt in 9 Übungsfragen aus 3 Themen vor, z. B. Grundlagen der Regelungstechnik, Analog- und Elektronikschaltungen, Verdrahtungsprozess.

Fachgebiet: Grundlagen der Regelungstechnik

Jetzt üben: Fragen zu Überschwingen

Auf ein PT2-Glied (Normalform ohne Nullstellen) mit dem Dämpfungsgrad ζ = 0,5 wird ein Sprung gegeben. Welcher Wert liegt dem Überschwingen (der maximalen Überschreitung des Endwerts, bezogen auf den Endwert) am nächsten?

  1. AEtwa 16 %
  2. BEtwa 21 %
  3. C50 %
Antwort und Erläuterung anzeigen

Antwort: A. Etwa 16 %

Das Überschwingen eines PT2-Glieds in Normalform beträgt exp(−πζ/√(1 − ζ²)) und hängt nicht von der Eigenkreisfrequenz ωn ab. Für ζ = 0,5 ergibt sich exp(−π × 0,5/√0,75) ≈ exp(−1,81) ≈ 0,163, also etwa 16 %. Für ζ ≈ 0,707 (1/√2) sind es etwa 4,3 %, ein Wert, der oft als Richtwert für eine Antwort mit geringer Überschreitung dient. Die maximale Überschreitung tritt zum Zeitpunkt π/ωd auf, mit ωd = ωn√(1 − ζ²).

„Überschwingen“ in den Erläuterungen

Fragen mit „Überschwingen“ (9)

  1. Auf ein PT2-Glied (Normalform ohne Nullstellen) mit dem Dämpfungsgrad ζ = 0,5 wird ein Sprung gegeben. Welcher Wert liegt dem Überschwingen (der maximalen Überschreitung des Endwerts, bezogen auf den Endwert) am nächsten?
  2. Welche Kenngröße beurteilt, ob eine gegengekoppelte Verstärkerschaltung stabil arbeitet, ohne zu schwingen?
  3. Ein PT2-Glied ohne Nullstellen hat seine Pole bei s = −σ ± jωd. Welche Aussage beschreibt richtig, wie sich die Sprungantwort ändert, wenn nur ωd vergrößert und σ beibehalten wird?
  4. Durch Erhöhen der Verstärkung der Übertragungsfunktion des offenen Kreises sank die Phasenreserve von 60° auf 30°. Welche Aussage über die Änderung der Sprungantwort des geschlossenen Kreises ist richtig?
  5. Eine Regelstrecke ohne Integrierglied (System vom Typ 0) wird mit einer P-Regelung (Proportionalregelung) geregelt. Welche Aussage beschreibt die allgemeine Änderung bei Erhöhung der Proportionalverstärkung Kp richtig?
  6. Welche Kombination aus dem Hauptzweck des I-Anteils (Integralanteils) bei der PI-Regelung und seiner Nebenwirkung ist richtig?
  7. Bei der Methode der Stabilitätsgrenze nach Ziegler und Nichols wird die Verstärkung bei reiner P-Regelung erhöht, bis eine Dauerschwingung auftritt, und aus dieser Verstärkung Ku und der Schwingungsperiode Tu werden die PID-Parameter zu Kp = 0,6Ku, Ti = 0,5Tu und Td = 0,125Tu bestimmt. Welche Werte ergeben sich für Ku = 8 und Tu = 2 s?
  8. Welche Beschreibung des Integral-Windup ist richtig?
  9. Welche Leitungseigenschaft muss bei langen, dicken Leitungen wie Taktleitungen von mit mehreren GHz arbeitenden Chips zusätzlich zu Widerstand und Kapazität berücksichtigt werden?

Vergleiche mit diesem Begriff

Verwandte Begriffe

Phasenreserve (Phase Margin) PT2-Glied (Verzögerungsglied zweiter Ordnung) Bleibende Regelabweichung PID-Regelung Amplitudenreserve (Verstärkungsreserve) Ausregelzeit (Einschwingzeit) Übertragungsfunktion Integral-Windup Blockschaltbild Bode-Diagramm

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