HEPA-Filter vs. ULPA-Filter: Definition des Abscheidegrads, Filterklassen, MPPS und Einsatz im Reinraum
HEPA- und ULPA-Filter sind Hochleistungs-Luftfilter aus feinen Glasfasern oder ähnlichen Filtermedien, die in Falten gelegt sind. Sie werden in Reinraumdecken oder FFUs eingebaut, um Partikel aus der Luft zu entfernen. Der Unterschied liegt im Abscheidegrad. Die japanische JIS-Terminologienorm (JIS Z 8122) definiert einen HEPA-Filter so, dass er bei Nennvolumenstrom mindestens 99,97 % der Partikel mit 0,3 µm abscheidet, und einen ULPA-Filter so, dass er mindestens 99,9995 % der Partikel mit 0,15 µm abscheidet. Die europäische Norm EN 1822-1 teilt Filter dagegen nach ihrem Abscheidegrad bei der Partikelgröße mit dem höchsten Durchlass (MPPS) ein: Die Klassen H13 und H14 sind HEPA, U15 bis U17 sind ULPA. ULPA-Filter halten mehr Partikel zurück, haben bei gleichem Volumenstrom aber einen höheren Druckverlust und kosten mehr, daher richtet sich die Wahl nach der geforderten Reinheit.
| Merkmal | HEPA-Filter | ULPA-Filter |
|---|---|---|
| Bedeutung des Namens | High Efficiency Particulate Air (Hochleistungs-Schwebstofffilter) | Ultra Low Penetration Air (Filter mit äußerst geringem Partikeldurchlass) |
| Definition nach JIS (JIS Z 8122) | Scheidet bei Nennvolumenstrom mindestens 99,97 % der Partikel mit 0,3 µm ab | Scheidet bei Nennvolumenstrom mindestens 99,9995 % der Partikel mit 0,15 µm ab |
| Klassen nach EN 1822-1 (Gesamtabscheidegrad bei MPPS) | H13: mindestens 99,95 %; H14: mindestens 99,995 % | U15: mindestens 99,9995 %; U16: mindestens 99,99995 %; U17: mindestens 99,999995 % |
| Anteil durchgelassener Partikel | Höchstens 0,05 % bei H13 und 0,005 % bei H14 (5 von 10.000 bzw. 5 von 100.000) | Höchstens 0,0005 % bei U15 (5 von 1 Million); jede Klassenstufe senkt ihn um den Faktor 10 |
| Partikelgröße mit dem höchsten Durchlass (MPPS) | Hängt vom Filtermedium ab, typischerweise etwa 0,1 bis 0,3 µm; größere Partikel werden durch Trägheit und Sperreffekt, kleinere durch Diffusion abgeschieden | Dieselben Mechanismen, typischerweise etwa 0,1 bis 0,3 µm; das dichtere Medium lässt auch bei dieser Größe weniger Partikel durch |
| Druckverlust und Kosten | Geringerer Druckverlust bei gleichem Volumenstrom, daher lassen sich Ventilatorleistung und Preis leichter niedrig halten | Bei gleichem Volumenstrom meist höherer Druckverlust, daher steigen Ventilatorleistung und Preis |
| Typischer Einsatz im Reinraum | Bereiche um ISO-Klasse 5 bis 8, Operationssäle, Pharmawerke; in Halbleiterfabriken Bereiche mit geringeren Reinheitsanforderungen | ISO-Klasse 4 und reiner sowie Orte mit besonders hohen Reinheitsanforderungen, etwa die Minienvironments von Fertigungsanlagen |
| Was sie nicht entfernen | Gasförmige molekulare Kontamination (AMC) wie Ammoniak und organische Stoffe; dafür ist ein separater Chemiefilter nötig | Ebenso keine Gase; wenn aus Glasfasermedien freigesetztes Bor ein Problem ist, werden borarme Medien oder PTFE-Medien verwendet |
Die Zahlenwerte sind typische Größenordnungen und variieren je nach Prozessgeneration und Produkt.