Vierspitzenmethode vs. Hall-Effekt-Messung: Messgrößen, Probenvorbereitung, Einsatz
Beide Methoden messen die elektrischen Eigenschaften einer Halbleiterschicht, liefern aber unterschiedliche Informationen. Bei der Vierspitzenmethode werden vier in einer Linie angeordnete Spitzen auf den Wafer gedrückt; durch die äußeren beiden fließt Strom, zwischen den inneren beiden wird die Spannung gemessen, woraus sich der Schichtwiderstand ergibt. Eine Hall-Effekt-Messung bringt Kontakte an einer kleinen ausgeschnittenen Probe an und misst neben dem Widerstand die Hall-Spannung, die in einem Magnetfeld entsteht. Daraus geht hervor, ob die Ladungsträger Elektronen oder Löcher sind, und ihre Konzentration lässt sich von ihrer Beweglichkeit trennen. Die Vierspitzenmethode dient der schnellen, einfachen Prozessüberwachung, Hall-Messungen der Charakterisierung des Materials selbst.
| Merkmal | Vierspitzenmethode | Hall-Effekt-Messung (van der Pauw) |
|---|---|---|
| Was sie liefert | Schichtwiderstand (Ohm pro Quadrat); bei bekannter Dicke den spezifischen Widerstand | Schichtwiderstand (spezifischer Widerstand) plus Ladungsträgertyp, -konzentration und Beweglichkeit |
| Prinzip | Strom durch die äußeren beiden Spitzen, Spannung zwischen den inneren beiden; bei einer breiten dünnen Schicht ist Rs etwa 4,53 × V/I | Der Widerstand wird mit vier Kontakten am Probenrand gemessen; ein senkrechtes Magnetfeld erzeugt dann über die Lorentzkraft eine Hall-Spannung |
| Ladungsträgertyp (n oder p) | Nicht bestimmbar | Ergibt sich aus dem Vorzeichen der Hall-Spannung |
| Probenvorbereitung | Fast keine: Die Spitzen werden auf den Wafer gedrückt | Ein kleines Stück wird ausgeschnitten, und an seinem Rand werden ohmsche Kontakte hergestellt |
| Magnetfeld | Nicht nötig | Nötig |
| Zerstörend oder nicht | Hinterlässt nur kleine Spitzenabdrücke, daher lassen sich ganze Wafer messen; meist werden Monitor-Wafer statt Produktwafern verwendet | Zerstörend: Die Probe muss ausgeschnitten und mit Kontakten versehen werden |
| Geschwindigkeit und Kartierung | Schnell; die Kartierung vieler Punkte über den Wafer ist Routine | Eine Probe nach der anderen und langsamer; Messungen über der Temperatur sind möglich |
| Typischer Einsatz | Überwachung von Ionenimplantation, Ausheilen, Diffusionsschichten und Metallschichten | Charakterisierung von Epitaxieschichten, Verbindungshalbleitern und neuen Materialien; Ladungsträgerkonzentration und Beweglichkeit |
Die Zahlenwerte sind typische Größenordnungen und variieren je nach Prozessgeneration und Produkt.