Thermische Diffusion vs. Ionenimplantation: Dotierverfahren im Vergleich
Beide Verfahren bringen Dotieratome in Silizium ein, um dessen elektrisches Verhalten zu steuern. Bei der thermischen Diffusion wandern die Dotierstoffe bei hoher Temperatur aus einer Quelle ein. Bei der Ionenimplantation werden Dotierionen beschleunigt und in den Wafer geschossen. Die Implantation erlaubt eine weit bessere Kontrolle darüber, wie viel Dotierstoff wohin gelangt, und hat die Diffusion daher in modernen ICs fast überall ersetzt, auch wenn sie einen Ausheilschritt zur Reparatur des Kristalls benötigt.
| Aspekt | Thermische Diffusion | Ionenimplantation |
|---|---|---|
| Prinzip | Dotieratome diffundieren aus einer Gas-, Fest- oder Schichtquelle in heißes Silizium (etwa 900 bis 1.100 °C), angetrieben durch das Konzentrationsgefälle | Dotierionen werden durch ein elektrisches Feld (keV bis MeV) beschleunigt und in den Wafer geschossen |
| Dosiskontrolle | Schwieriger: hängt von Oberflächenkonzentration, Temperatur und Zeit ab | Präzise: Die Dosis wird als Ionenstrom gemessen |
| Tiefenprofil | Höchste Konzentration an der Oberfläche, mit der Tiefe abnehmend | Maximum unterhalb der Oberfläche in einer durch die Ionenenergie bestimmten Tiefe |
| Richtung | Isotrop: breitet sich auch seitlich unter der Maske aus | Nahezu gerichtet; eine Fotolackmaske genügt |
| Temperatur | Durchgehend hoch | Bei der Implantation nahe Raumtemperatur, danach ist aber ein Ausheilen bei hoher Temperatur nötig |
| Kristallschäden | Gering | Schädigt das Gitter; das Ausheilen repariert es und aktiviert die Dotierstoffe |
| Flache Übergänge | Bei kleinen Abmessungen schwierig | Gut geeignet: Niedrige Energie platziert Dotierstoffe nahe der Oberfläche |
| Anlagenkosten | Niedrig: ein einfacher Ofen | Hoch: Ein Ionenimplanter ist eine große, teure Anlage |
| Typische Anwendungen | Eintreiben tiefer Wannen, Emitter von Solarzellen, ältere Prozesse | Source und Drain, Wannen, Einstellung der Schwellenspannung in nahezu allen modernen ICs |
Die Zahlenangaben sind typische Größenordnungen und variieren je nach Prozessgeneration und Produkt.