Was ist Laplace-Transformation?

Verfahren, das eine Zeitfunktion f(t) (t ≥ 0) in eine Funktion der komplexen Variablen s überführt: F(s) = ∫₀^∞ f(t)e^(−st) dt. Bei Anfangswerten 0 entspricht Differentiation der Multiplikation mit s und Integration der Division durch s, sodass lineare Differentialgleichungen als algebraische Ausdrücke in s behandelt werden können. Sie ist das grundlegende Werkzeug zur Bestimmung von Übertragungsfunktionen in der Regelungstechnik; bei zeitdiskreten Systemen spielt die z-Transformation dieselbe Rolle. Ein Einheitssprung wird zu 1/s und e^(−at) zu 1/(s + a).

Japanische Bezeichnung: ラプラス変換

„Laplace-Transformation“ kommt in 3 Übungsfragen aus 2 Themen vor, z. B. Grundlagen der Regelungstechnik, Grundlagen der digitalen Signalverarbeitung.

Fachgebiet: Grundlagen der Regelungstechnik

Häufig verwendete Transformationspaare

Ein Einheitsimpuls δ(t) wird zu 1, ein Einheitssprung zu 1/s, eine Rampe t zu 1/s², e^(−at) zu 1/(s + a) und sin ωt zu ω/(s² + ω²). Eine zeitliche Verzögerung um L entspricht der Multiplikation mit e^(−Ls), und die Multiplikation mit e^(−at) ersetzt s durch s + a. Kombiniert man diese Paare mit der Partialbruchzerlegung, lassen sich viele Antworten mithilfe einer Tabelle zurücktransformieren.

Endwertsatz und Anfangswertsatz

Den Endwert eines Ausgangs erhält man als lim[t→∞] f(t) = lim[s→0] sF(s), allerdings nur, wenn alle Pole von sF(s) in der linken Hälfte der s-Ebene liegen. So ist zum Beispiel der Endwert der Sprungantwort eines Systems mit der Übertragungsfunktion G(s) gleich G(0), die stationäre Verstärkung (Gleichverstärkung). Den Anfangswert erhält man als lim[t→+0] f(t) = lim[s→∞] sF(s).

Beziehung zur Fourier- und zur z-Transformation

Wertet man die Laplace-Transformation auf der imaginären Achse s = jω aus, erhält man die Fourier-Transformation (den Frequenzgang). Für abgetastete Signale spielt die z-Transformation mit z = e^(sT) dieselbe Rolle, und die linke Hälfte der s-Ebene entspricht dem Inneren des Einheitskreises der z-Ebene. Die zeitkontinuierliche Regel „stabil, wenn alle Pole negativen Realteil haben“ wird daher zeitdiskret zu „stabil, wenn alle Pole innerhalb des Einheitskreises liegen“.

Jetzt üben: Fragen zu Laplace-Transformation

Welche Kombination beschreibt richtig, wie Differentiation und Integration einer Zeitfunktion nach der Laplace-Transformation im s-Bereich dargestellt werden, wenn alle Anfangswerte 0 sind?

  1. ADifferentiation ist Multiplikation mit s, Integration ist Division durch s
  2. BDifferentiation ist Division durch s, Integration ist Multiplikation mit s
  3. CDifferentiation ist Addition von s, Integration ist Subtraktion von s
Antwort und Erläuterung anzeigen

Antwort: A. Differentiation ist Multiplikation mit s, Integration ist Division durch s

Bei der Laplace-Transformation entspricht die Ableitung von f(t) dem Ausdruck sF(s) − f(0) und das Integral F(s)/s. Bei Anfangswerten 0 wird Differentiation zur Multiplikation mit s und Integration zur Division durch s, sodass aus einer Differentialgleichung eine Rechnung mit Polynomen in s wird. So wird etwa die RC-Gleichung RC·dv/dt + v = vin zu (RCs + 1)V(s) = Vin(s), woraus sich die Übertragungsfunktion 1/(1 + RCs) ergibt. Die Einheitssprungfunktion wird zu 1/s und e^(−at) zu 1/(s + a).

Häufige Fragen

Warum wird in der Regelungstechnik die Laplace-Transformation verwendet?

Weil sie Differentialgleichungen in algebraische Ausdrücke verwandelt, sodass sich die Übertragungsfunktion eines Systems aus verbundenen Gliedern durch Multiplikation und Division aufbauen lässt. Aus der Lage der Pole lassen sich außerdem Stabilität und Antwortgeschwindigkeit ablesen.

Was passiert, wenn die Anfangswerte nicht 0 sind?

Die Transformierte einer Ableitung wird zu sF(s) − f(0), und ein Anfangswertterm bleibt stehen. Übertragungsfunktionen sind für Anfangswerte 0 definiert, daher wird die Antwort aufgrund der Anfangswerte getrennt betrachtet und addiert.

„Laplace-Transformation“ in den Erläuterungen

Fragen mit „Laplace-Transformation“ (3)

  1. Welche Kombination beschreibt richtig, wie Differentiation und Integration einer Zeitfunktion nach der Laplace-Transformation im s-Bereich dargestellt werden, wenn alle Anfangswerte 0 sind?
  2. Entlang welcher Kurve wird z bewegt, wenn der Frequenzgang eines zeitdiskreten LTI-Systems aus seiner Übertragungsfunktion H(z) bestimmt wird?
  3. Welche Beschreibung der Übertragungsfunktion eines linearen zeitinvarianten Systems ist richtig?

Verwandte Begriffe

Übertragungsfunktion Nyquist-Frequenz Impulsantwort z-Transformation Amplitudenreserve (Verstärkungsreserve) Ausregelzeit (Einschwingzeit) Bleibende Regelabweichung Blockschaltbild Bode-Diagramm Feedback-Regelung (Rückkopplungsregelung)

Zur Glossarübersicht