Was ist Shannon-Hartley-Gesetz?

Ein Satz, nach dem für einen Kanal mit der Bandbreite B und dem Signal-Rausch-Verhältnis S/N die theoretische Obergrenze der fehlerfrei übertragbaren Datenrate (die Kanalkapazität) C = B·log₂(1 + S/N) beträgt. S/N wird als linearer Wert eingesetzt. Die Kapazität ist proportional zur Bandbreite, wächst mit dem S/N aber nur logarithmisch.

Japanische Bezeichnung: シャノンの定理

„Shannon-Hartley-Gesetz“ kommt in 1 Übungsfragen aus 1 Themen vor, z. B. Grundlagen der Funkkommunikation.

Fachgebiet: Grundlagen der Funkkommunikation

Die Formel lesen

In C = B·log₂(1 + S/N) ist C die Zahl der Bit pro Sekunde, B die Bandbreite (Hz) und S/N das lineare Leistungsverhältnis von Signal zu Rauschen. Bei zum Beispiel 20 MHz Bandbreite und einem S/N von 30 dB (Leistungsverhältnis 1000) gilt C = 20×10⁶ × log₂(1001) ≈ 200 Mbit/s. Die Kapazität geteilt durch die Bandbreite, C/B, ist die Obergrenze der pro Hertz übertragbaren Bit (spektrale Effizienz).

Wie Bandbreite und S/N wirken

Eine doppelte Bandbreite bei gleichem S/N verdoppelt die Kapazität. Ist das S/N dagegen bereits groß, bringt seine Verdopplung (etwa +3 dB) nur etwa 1 bit/s pro Hz mehr. Wird die Bandbreite bei gleichbleibender Sendeleistung vergrößert, steigt allerdings auch die Rauschleistung proportional zur Bandbreite, und das S/N sinkt, sodass die Kapazität weniger als proportional zur Bandbreite wächst. Aus diesem Grund werden für höhere Datenraten Millimeterwellenbänder genutzt, in denen große Bandbreiten verfügbar sind.

Bezug zur praktischen Kommunikation

Das Shannon-Hartley-Gesetz nennt die Grenze, unterhalb deren sich die Fehlerrate mit idealen Codes beliebig klein machen lässt; ein konkretes Verfahren gibt es nicht vor. Praktische Funksysteme nähern sich dieser Grenze, indem sie höherwertige Modulation mit leistungsfähigen Fehlerkorrekturcodes wie Turbo-Codes, LDPC-Codes und Polar-Codes kombinieren. Räumliches Multiplexing mit MIMO erreicht Datenraten über der Grenze eines einzelnen Kanals, indem mehrere Kanäle parallel betrieben werden.

Jetzt üben: Fragen zu Shannon-Hartley-Gesetz

Welcher Wert liegt für einen Kanal mit 20 MHz Bandbreite und einem S/N (Signal-Rausch-Verhältnis) von 30 dB der Kanalkapazität (der theoretischen Obergrenze der fehlerfrei übertragbaren Datenrate) nach dem Shannon-Hartley-Gesetz am nächsten?

  1. A100 Mbit/s
  2. B200 Mbit/s
  3. C600 Mbit/s
Antwort und Erläuterung anzeigen

Antwort: B. 200 Mbit/s

Nach dem Shannon-Hartley-Gesetz beträgt die Kanalkapazität C = B·log₂(1 + S/N), wobei S/N als linearer Wert (Leistungsverhältnis) einzusetzen ist. 30 dB entsprechen einem Leistungsverhältnis von 10³ = 1000, also C = 20×10⁶ × log₂(1001) ≈ 20×10⁶ × 9,97 ≈ 200 Mbit/s. Eine doppelte Bandbreite bei gleichem S/N verdoppelt die Kapazität; ist das S/N bereits groß, bringt eine Verdopplung des S/N (etwa +3 dB) dagegen nur etwa 1 bit/s pro Hz mehr. Praktische Systeme kombinieren Fehlerkorrekturcodes und höherwertige Modulation, um sich dieser Grenze zu nähern.

Häufige Fragen

Darf man S/N in dB in die Formel einsetzen?

Nein. Das S/N in der Formel ist ein lineares Leistungsverhältnis. 30 dB werden vor der Rechnung in 10³ = 1000 umgerechnet, 20 dB in 100. Setzt man für 30 dB einfach 30 ein, unterschätzt man die Kapazität um etwa die Hälfte.

Worin unterscheidet es sich von der Nyquist-Formel?

Die Nyquist-Formel besagt, dass ein rauschfreier Kanal der Bandbreite B mit M-stufigen Signalen höchstens 2B·log₂ M Bit pro Sekunde übertragen kann. Mit wachsendem M scheint die Datenrate unbegrenzt zu steigen, doch in der Realität begrenzt das Rauschen, wie viele Stufen sich unterscheiden lassen. Das Shannon-Hartley-Gesetz gibt diese Grenze unter Berücksichtigung des Rauschens an.

„Shannon-Hartley-Gesetz“ in den Erläuterungen

Fragen mit „Shannon-Hartley-Gesetz“ (1)

  1. Welcher Wert liegt für einen Kanal mit 20 MHz Bandbreite und einem S/N (Signal-Rausch-Verhältnis) von 30 dB der Kanalkapazität (der theoretischen Obergrenze der fehlerfrei übertragbaren Datenrate) nach dem Shannon-Hartley-Gesetz am nächsten?

Verwandte Begriffe

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