Latch vs. Flip-Flop: Unterschiede im Überblick
Beide speichern ein Bit, werden aber unterschiedlich getriggert. Ein Latch ist pegelgesteuert: Solange sein Enable-Signal aktiv ist, ist es transparent und reicht den Eingang direkt an den Ausgang durch; wird das Enable inaktiv, hält es den Wert. Ein Flip-Flop ist flankengesteuert: Es übernimmt den Eingang nur an der Taktflanke und ignoriert Änderungen dazwischen. Ein Flip-Flop besteht aus zwei Latches, die in entgegengesetzten Phasen arbeiten.
| Aspekt | Latch | Flip-Flop |
|---|---|---|
| Triggerung | Pegelgesteuert: wirkt, solange das Enable aktiv ist | Flankengesteuert: wirkt nur an der steigenden oder fallenden Taktflanke |
| Ausgangsverhalten | Folgt dem Eingang, solange es transparent ist, und hält ihn dann | Ändert sich nur an der Taktflanke, sonst stabil |
| Aufbau | Eine einzelne Speicherstufe | Zwei in Reihe geschaltete Latches mit entgegengesetzten Phasen (Master-Slave) |
| Größe und Leistungsaufnahme | Kleiner, mit geringerer Leistungsaufnahme | Größer, etwa doppelt so viele Transistoren |
| Timing-Analyse | Aufwendiger: Time Borrowing über die transparente Phase | Einfach: Setup- und Hold-Zeiten um die Taktflanke |
| Empfindlichkeit gegenüber Glitches | Glitches und Races laufen im transparenten Zustand durch | Unempfindlich gegenüber Eingangsänderungen zwischen den Taktflanken |
| Typische Einsatzgebiete | Custom-Designs mit hoher Geschwindigkeit und Time Borrowing, Clock-Gating-Zellen | Register, Zähler und Zustandsautomaten im synchronen Design |
Die Zahlenangaben sind typische Größenordnungen und variieren je nach Prozessgeneration und Produkt.