Was ist Routing (Wegewahl)?

Festlegung, über welchen Weg Pakete in einem IP-Netzwerk ihr Ziel erreichen. Jeder Router führt eine Routingtabelle, wählt die Route, deren Präfix am längsten mit der Ziel-IP-Adresse übereinstimmt (Longest Prefix Match), und übergibt das Paket an den nächsten Router. Die Tabelle entsteht durch statisches Routing, von Hand konfiguriert, oder durch dynamisches Routing, das sie automatisch mit Routingprotokollen wie OSPF, RIP und BGP aufbaut.

Japanische Bezeichnung: ルーティング(経路制御)

„Routing (Wegewahl)“ kommt in 8 Übungsfragen aus 2 Themen vor, z. B. Netzwerkdesign und Netzwerkbetrieb, Grundlagen der Computernetzwerke.

Fachgebiet: Grundlagen der Computernetzwerke

Jetzt üben: Fragen zu Routing (Wegewahl)

Die Routingtabelle eines Routers enthält vier Routen: 0.0.0.0/0 (nächster Hop Router A), 10.0.0.0/8 (Router B), 10.1.0.0/16 (Router C) und 10.1.2.0/24 (Router D). An welchen Router wird ein Paket mit dem Ziel 10.1.5.9 gesendet?

  1. ARouter B
  2. BRouter D
  3. CRouter C
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Antwort: C. Router C

Unter den Routen, die zur Zieladresse passen, wählt ein Router die mit dem längsten (spezifischsten) Präfix. Das nennt man Longest Prefix Match. 10.1.5.9 passt zu 0.0.0.0/0, 10.0.0.0/8 und 10.1.0.0/16, liegt aber nicht im Bereich von 10.1.2.0/24 (10.1.2.0 bis 10.1.2.255). Der längste Treffer ist /16, das Paket geht also an Router C. 0.0.0.0/0 ist die Default-Route, die zu jedem Ziel passt und nur verwendet wird, wenn keine andere Route passt.

Welche Beschreibung des dynamischen Routings ist richtig?

  1. AEin Administrator konfiguriert die Routen auf jedem Router von Hand, und nach einem Ausfall bleiben dieselben Routen in Gebrauch, bis die Konfiguration geändert wird
  2. BRouter tauschen über Routing-Protokolle Routeninformationen aus und wechseln automatisch auf einen anderen Weg, wenn eine Route durch einen Ausfall unbrauchbar wird
  3. CFür jedes Paket wird zufällig ein Weg gewählt, um die Last gleichmäßig auf mehrere Wege zu verteilen
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Antwort: B. Router tauschen über Routing-Protokolle Routeninformationen aus und wechseln automatisch auf einen anderen Weg, wenn eine Route durch einen Ausfall unbrauchbar wird

Beim statischen Routing konfiguriert ein Administrator die Routen von Hand. Das ist einfach und gut vorhersehbar und eignet sich für kleine Netzwerke oder die Default-Route eines Standorts mit nur einem Ausgang, schaltet nach einem Ausfall aber nicht automatisch um. Beim dynamischen Routing tauschen Router über Routing-Protokolle wie OSPF oder BGP Informationen aus, erstellen ihre Routingtabellen automatisch und berechnen bei einer ausgefallenen Verbindung einen anderen Weg. Im Internet werden die Routen zwischen den Netzwerken von Organisationen (autonomen Systemen) per BGP ausgetauscht. In realen Netzwerken werden üblicherweise beide Verfahren kombiniert.

„Routing (Wegewahl)“ in den Erläuterungen

Fragen mit „Routing (Wegewahl)“ (8)

  1. Die Routingtabelle eines Routers enthält vier Routen: 0.0.0.0/0 (nächster Hop Router A), 10.0.0.0/8 (Router B), 10.1.0.0/16 (Router C) und 10.1.2.0/24 (Router D). An welchen Router wird ein Paket mit dem Ziel 10.1.5.9 gesendet?
  2. Welche Beschreibung des dynamischen Routings ist richtig?
  3. Die Routingtabelle eines Routers enthält vier Routen: 172.16.0.0/12 (nächster Hop Router B), 172.16.32.0/19 (Router A), 172.16.48.0/20 (Router C) und 0.0.0.0/0 (Router D). An welchen Router wird ein Paket mit dem Ziel 172.16.45.10 gesendet?
  4. Ein Router hat Routen zum selben Ziel 192.168.50.0/24 sowohl über OSPF als auch über RIP gelernt. Auf diesem Router beträgt die administrative Distanz, die die Bevorzugung je Routenquelle angibt (kleinere Werte werden bevorzugt), 110 für OSPF und 120 für RIP. Welche Route wird in die Routingtabelle eingetragen?
  5. Die Routingtabelle eines Routers enthält drei Routen: die statische Route 10.0.0.0/8 (nächster Hop Router A, administrative Distanz 1), die per OSPF gelernte Route 10.1.0.0/16 (Router B, 110) und die per RIP gelernte Route 10.1.1.0/24 (Router C, 120). An welchen Router wird ein Paket mit dem Ziel 10.1.1.5 gesendet?
  6. Welche Beschreibung der Aufgabe von TTL (Time To Live) im IPv4-Header ist richtig?
  7. Ein Router soll über eine einzige Verbindung an einen L2-Switch mit VLAN 10 (192.168.10.0/24) und VLAN 20 (192.168.20.0/24) angeschlossen werden, damit die beiden VLANs miteinander kommunizieren können. Welche Konfiguration ist für diesen Aufbau geeignet?
  8. Jede der folgenden drei Gruppen besteht aus vier aufeinanderfolgenden /24-Netzwerken. Bei welcher Gruppe lassen sich die vier Routen zu genau einer /22-Route zusammenfassen, ohne Adressen außerhalb der Gruppe einzuschließen?

Vergleiche mit diesem Begriff

Verwandte Begriffe

Router Paket (Datenpaket) OSPF (Open Shortest Path First) Longest Prefix Match Administrative Distanz BGP (Border Gateway Protocol) IPv4 ICMP (Internet Control Message Protocol) traceroute IPv6

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