Cyberangriffe und Abwehr in der Praxis
Welche Aussage vergleicht bei den Erkennungsverfahren eines IDS die signaturbasierte Erkennung (Missbrauchserkennung) und die anomaliebasierte Erkennung (Anomalieerkennung) richtig?
- ADie signaturbasierte Erkennung erkennt Übereinstimmungen mit Merkmalen bekannter Angriffe und übersieht daher leicht unbekannte Angriffe; die anomaliebasierte erkennt Abweichungen vom Normalzustand und bemerkt so auch unbekannte Angriffe, erzeugt aber viele Fehlalarme
- BDie signaturbasierte Erkennung erkennt auch nicht registrierte, unbekannte Angriffe zuverlässig, die anomaliebasierte dagegen nur registrierte, bekannte Angriffe
- CDie anomaliebasierte Erkennung muss den Normalzustand nicht lernen, arbeitet daher direkt nach der Einführung ohne Fehlalarme und braucht keine Signatur-Updates
Antwort und Erläuterung anzeigen
Antwort: A. Die signaturbasierte Erkennung erkennt Übereinstimmungen mit Merkmalen bekannter Angriffe und übersieht daher leicht unbekannte Angriffe; die anomaliebasierte erkennt Abweichungen vom Normalzustand und bemerkt so auch unbekannte Angriffe, erzeugt aber viele Fehlalarme
Bei der signaturbasierten Erkennung werden Merkmale des Verkehrs bekannter Angriffe (Signaturen) vorab registriert, und Übereinstimmungen werden erkannt. Registrierte Angriffe werden zuverlässig gefunden, neue oder leicht abgewandelte Angriffe aber leicht übersehen, und die Signaturen müssen ständig aktualisiert werden. Die anomaliebasierte Erkennung lernt den Normalzustand (Baseline) wie Verkehrsmenge, Tageszeit und Verbindungsziele und erkennt starke Abweichungen davon, sodass sie unbekannte Angriffe bemerken kann. Andererseits stuft sie normalen, aber seltenen Verkehr leicht als anomal ein und erzeugt mehr Fehlalarme; in der Praxis werden daher beide kombiniert.
Weiter: 9 weitere Fragen zu Cyberangriffe und Abwehr in der Praxis