Grundlagen und Anwendungen der Kryptografie
Welches Schlüsselaustauschverfahren bietet bei TLS die Eigenschaft, dass zuvor aufgezeichnete Kommunikation auch dann nicht entschlüsselt werden kann, wenn der private Schlüssel des Serverzertifikats später abfließt (Forward Secrecy)?
- AEin Schlüsselaustausch wie ECDHE, der für jede Verbindung Einmalwerte erzeugt
- BEin Verfahren, bei dem der Client selbst erzeugtes Schlüsselmaterial mit dem öffentlichen RSA-Schlüssel des Serverzertifikats verschlüsselt und sendet
- CEin Verfahren, bei dem Server und Client für alle Verbindungen denselben vorab vereinbarten symmetrischen Schlüssel weiterverwenden
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Antwort: A. Ein Schlüsselaustausch wie ECDHE, der für jede Verbindung Einmalwerte erzeugt
Das letzte E in ECDHE steht für ephemeral (kurzlebig, einmalig): Für jede Verbindung wird ein Schlüsselaustausch mit neuen geheimen Werten durchgeführt, die danach verworfen werden. Der private Schlüssel des Zertifikats dient nur zum Signieren; selbst wenn er später abfließt, lassen sich die gemeinsamen Geheimnisse früherer Verbindungen nicht berechnen. Bei einem Verfahren dagegen, das Schlüsselmaterial mit dem öffentlichen RSA-Schlüssel des Servers verschlüsselt sendet, kann mit aufgezeichnetem Verkehr und einem später abgeflossenen privaten Schlüssel die gesamte frühere Kommunikation entschlüsselt werden. TLS 1.3 hat dieses Verfahren abgeschafft; der Schlüsselaustausch beruht grundsätzlich auf (EC)DHE mit Forward Secrecy (außer bei Wiederaufnahme einer Verbindung allein mit einem Pre-Shared Key).
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